Geschichtlicher Hintergrund

Für die Parkanlagen des Europäischen Parkverbundes Lausitz beginnt die gemeinsame Geschichte bereits mit der sächsisch-polnischen Union Ende des 17. Jahrhunderts. In dieser Zeit geriet das strategisch günstig auf der Reiseroute des polnischen Königs von Dresden nach Warschau gelegene Pförten (heute poln. Brody) ins Interesse des sächsischen Premierministers Heinrich von Brühl. Er erhob den kleinen Ort zu seiner wichtigsten Besitzung, indem er die Schloss,- Park- und Ortslage umfassend erweiterte und an einem barocken Koordinatenraster ausrichtete. Als besonderes Zeichen der Verbundenheit mit seiner Standesherrschaft Forst-Pförten wählte Graf Brühl die in seinem Auftrag umgestaltete Stadtkirche in Forst als letzte Ruhestätte. Im Verlauf der Geschichte wurde Schloss Pförten (Brody) im Kontext der Fehde zwischen Friederich dem Großen und Graf Brühl im Siebenjährigen Krieg und später im Zweiten Weltkrieg nochmals zerstört.

Der geborene Sachse Fürst Pückler begann im Jahr des Wiener Kongresses 1815 seinen fortan zu Preußen gehörenden Besitz in Muskau zu einem legendären Landschaftskunstwerk auszugestalten. Der Zweite Weltkrieg führte im Fürst-Pückler-Park Muskau zu schwerwiegenden Zerstörungen und durch die Oder-Neiße-Grenze zur jahrzehntelangen Teilung der Anlage. Die Wunden dieser Zeit sind dank der vorbildgebenden deutsch-polnischen Zusammenarbeit mittlerweile weitgehend geheilt worden, was mit der Anerkennung des Muskauer Parks als UNESCO-Weltkulturerbe 2004 auch international gewürdigt wurde.

Im von Muskau nur 30km entfernten Branitz schuf Fürst Pückler seinen zweiten großen Landschaftspark, den Fürst-Pückler-Park Branitz, der heute ebenfalls den Rang eines international herausragenden Gartendenkmals einnimmt. Der Park ist ikonografisch als „Biografischer Lebensatlas“ des kosmopolitischen Pückler zu lesen, und die phänomenale Seepyramide, eine Reminiszenz an seine Nilreise, wurde 1871 zu seiner Begräbnisstätte.

Die über Jahrhunderte schwelenden Konflikte zwischen Sachsen und Preußen, welche auch die Lebensläufe und das Schaffen Graf Brühls und Fürst Pücklers so signifikant prägten, wurden im Todesjahr Pücklers durch die Gründung des Deutschen Kaiserreichs gebannt.         Aus Anlass des 25. Thronjubiläums des deutschen Kaisers Wilhelm II. wurde in Forst auf gräflich brühlschen Ländereien direkt an der Neiße ein Rosengarten angelegt, der heute als Ostdeutscher Rosengarten Forst (Lausitz) zu den bedeutendsten Parkanlagen seiner Art in der Bundesrepublik Deutschland zählt und im Jahr 2009 als „Deutschlands schönster Park“ ausgezeichnet wurde.