Schlosspark Brody

 Brody, Foto: Roman Leipzig (Bild: 1/4)

Das, was den knapp Tausend Einwohner zählenden verträumten Ort kurz hinter der Neiße bei Forst (Lausitz) in seinen städtebaulichen Grundstrukturen heute kennzeichnet, geht zum überwiegenden Teil zurück auf ein sächsisches Adelsgeschlecht bzw. dessen berühmtesten Familienangehörigen - Heinrich von Brühl (1700-1763). In der Pförtener Zeit des Reichsgrafen und späteren sächsischen Premierministers, genau von 1740 bis 1763, wurde der bis dato unscheinbare Ort zur repräsentativen Zwischenstation des polnischen Königs und sächsischen Kurfürsten August III. bei dessen Reisen zwischen Dresden und Warschau ausgebaut. Um dem königlichen Amüsement und der höfischen Repräsentanz zu entsprechen, wurden das Schloss, der Schlossgarten sowie der ganze Ort Pförten durch den sächsischen Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel (1686-1752) in einheitlicher Form und in Bezug auf die Schlossachse ausgestaltet und umfangreich erweitert.

Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges - das Pförtener Schloss sollte preußischer Brandstiftung und Plünderung zum Opfer fallen - und dem Tod Heinrichs von Brühl 1763, blieb Pförten weitere 182 Jahre der Standessitz der Grafen Brühl. Den Glanz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sollte Pförten aber nie wieder erreichen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Schlossgarten unter dem Grafen Friedrich August Adalbert von Brühl (1791-1856) dem Zeitgeschmack entsprechend im landschaftlichen Stil umgestaltet. Die barocken Grundstrukturen, besonders aber die Wegesituationen, wurden überwiegend übernommen und sind heute noch nachvollziehbar. Heute außerdem raumprägend sind die um 1850 gepflanzten Linden-Alleen an den Hauptachsen des Schlossgartens.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pförten der Republik Polen angegliedert und heißt seitdem Brody. Trotz großer Anstrengungen der polnischen Denkmalpflege in den Jahren 1959 und 1960 verwilderte der Schlossgarten und verfielen das Schloss und die Orangerie in den Jahrzehnten nach dem Krieg. Seit 2009 wurden in Brody mehrere Parkseminare mit vielen Hundert freiwilligen Parkhelfern durchgeführt. Dabei wurden wertvolle Altgehölze, wie die 1.500 m langen Lindenalleen gesichert und freigestellt sowie bedeutende Raumstrukturen und Sichtbeziehungen wie der Blick vom Schloss auf den See, die Partie an der Orangerie oder die Platanenwiese wiederhergestellt.

Autor: Claudius Wecke

Schlosspark Brody
Pl. Zamkowy 9
PL-68-343 Brody
www.pfoerten.wordpress.com
Gemeindebüro Brody
ul. Rynek 2
PL-68-343 Brody
www.brody.pl
gmina@brody.pl
Tel.: +48 68 3712155
Fax: +48 68 3712015